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Versottung des Schornsteines

PDF Version ansehen | Druckansicht | veröffentlicht von Autor: edeco UG
gelistet in: Heimwerker
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Artikel am 15.Aug 2018 veröffentlicht

Häufig hört oder liest man von versotteten Schornsteinen, aber viele Schornsteinbesitzer stellen sich die folgenden Fragen: was heißt Versottung des Schornsteines eigentlich? Wie entsteht Versottung und woher kommt sie? Wie kann man seinen Schornstein vor Versottung schützen? All diese Fragen beantworten wir Ihnen im nachfolgenden Beitrag.

Woran erkenne ich, ob mein Schornstein von Versottung betroffen ist?

In den meisten Fällen fällt die Versottung durch einen üblen schwefeligen oder auch chemischen Geruch auf.  Dieser kann häufig schon von weiter Entfernung gerochen werden.  Gelbliche oder bräunliche Flecken am Schornstein selbst sind ein weiterer deutlicher Hinweis auf Versottung. Versottete Schornsteine sind durch die jahrelange Belastung meist deutlich in ihrer baulichen angegriffen. Krümeliges bzw. bröckeliges Mauerwerk auf der Außenseite des Schornsteines ist oft auch eine Folge dessen. Versottung ist also ein äußerst wichtiges Thema, wenn es um Ihren Schornstein geht. Ein gravierender Mangel, vor allem wenn er bereits deutlich zum Vorschein kommt. Es sollte unbedingt eine Sanierung des Schornsteines durchgeführt werden, denn wer damit zu lange wartet oder die Warnzeichen zu lange ignoriert, geht das Risiko ein, dass der Schornstein komplett neu gebaut werden muss. Da ein Neubau selbstverständlich deutlich teurer ist, sollte unbedingt rechtzeitig die Kernsanierung durchgeführt werden.

Wie entsteht eigentlich Versottung?

Grundsätzlich ist die zu niedrige Abgastemperatur im Schornstein für die Versottung des Schornsteines verantwortlich. Das heißt, die Abgase erreichen noch innerhalb des Schornsteines Ihren sogenannten Taupunkt, dadurch kondensieren sie und die teilweise auch ätzenden Stoffe schlagen sich an der inneren Seite des Schornsteines nieder. Diese durchdringen dann das Mauerwerk des Schornsteines und hinterlassen nach einer gewissen Zeit gelb-braune Flecken und unangenehmen Geruch, des sogar gesundheitsschädlich ist.

Da das Ganze nicht so einfach zu verstehen ist versuchen wir, es Ihnen mit einem kleinen Vergleich verständlicher zu machen. Man kann sich die Abgase im Schornstein wie einen Heißluftballon vorstellen. Die warmen Gase steigen auf, die Temperatur dieser nimmt auf dem Weg durch den Schornstein ab. Unterschreiten die Abgase eine bestimmte Temperatur, so wird Rauchgas in Flüssigkeit umgewandelt, welche dann den Schornsteinschacht hinter strömt. In diesem Kondensat sind ätzende Stoffe enthalten. Es ist deshalb sehr aggressiv. Auf der inneren Seite des Schornsteins setzen sich diese chemischen Verbindungen dann ab und nach und nach sinken die flüssigen Bestandteile dann in den Schornstein ein.Über die Jahre durchdringen diese den Schornstein ganz und kommen auch äußerlich zum Vorschein. Dieser Vorgang ist die sogenannte Versottung.

Was kann man gegen Versottung im Schornstein tun?

Verbrennen Sie im Kaminofen Holz, drosseln Sie auf keinen Fall die Zufuhr von Sauerstoff. Benutzen Sie nur trockenes Brennholz und begrenzen Sie die Luftzufuhr nicht, denn wenn Sie mit dieser Methode Brennstoff sparen wollen, sparen Sie nicht nur an der falschen Stelle, sondern sie belasten zugleich auch die Umwelt, da keine vollständige Verbrennung mehr stattfindet. Durch die säurehaltigen, nicht verbrannten Gase sinkt die Abgastemperatur. Dies führt zu einem Schaden an den Kaminmauern. Beim Heizen mit Holz sollten Sie immer darauf achten, dass die Luftzufuhr ausreichend für die Feuerstätte ist und eine möglichst vollständige Verbrennung stattfindet.  Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung oder Beseitigung einer bestehenden Versottung ist es, die Heizanlage des Hauses mit dem Abzug abzustimmen und dadurch für eine hohe Kompatibilität zu sorgen. Nur wenn der perfekte Abzug der der Rauchgase gewährleistet ist und die Brennstoffe vollständig verbrannt werden, können Beschädigungen am Schornstein verhindert werden. Eine einfache Möglichkeit hierfür ist ein Zugbegrenzer. Dieser ist einfach zu installieren und für die meisten Abgasanlagen sehr empfehlenswert. Dieser sorgt für einen konstanten Unterdruck, vor allem bei zu hohen oder zu niedrigen Schornsteinen ist das äußerst wichtig, denn dadurch bleiben auch Feuchtigkeit und Temperatur konstant. Auf das Gesamtsystem wirkt sich dies sehr positiv aus.

Wenn bereits erste Hinweise bzw. Anzeichen auf Versottung hindeuten, sollten Sie umgehend eine Schornsteinsanierung durchführen. Welche Maßnahmen bei einer Schornsteinsanierung empfehlenswert sind, erklärt ihnen Ihr örtlich ansässiger Schornsteinfeger. Sogenannte Schönheitsreparaturen, das bedeutet, nur die optischen Mängel zu beseitigen sind nicht empfehlenswert. Auch wenn dann die Flecken an der Wand optisch nicht mehr sichtbar sind, der Schaden im Inneren bleibt trotzdem weiterhin bestehen.

Welche Schornsteine können von Versottung betroffen sein?

Meist tritt Versottung nur bei alten, gemauerten Schornsteinen auf. Die heutigen gemauerten Schornsteine werden mittlerweile aus mehreren Schichten gebaut und gedämmt, dass die Abkühlung der Abgase auf dem Weg durch den Schornstein nicht so extrem ist. Da alte gemauerte Schornsteine dem hingegen meist nur einwandig ausgeführt sind, können diese deshalb mit dem anfallenden Kondensat nicht mehr fertig werden. Das Mauerwerk und vor allem der Mörtel zersetzen sich durch die säurehaltigen Kondensatprodukte. Die Folge ist ein bröckeliger, in der Struktur bedrohter Schornstein. Eine umgehende Sanierung des Schornsteines ist dann zwingend notwendig.

Komplett immun gegen Kondensat sind übrigens Edelstahlschornsteine. In Ihnen kann sich das Kondensat nicht ablagern und somit auch keinen Schaden anrichten. Für die Kaminsanierung werden deshalb in den meisten Fällen Edelstahlrohre verwendet.

Kann man die Schornsteinsanierung selber durchführen?

Ist der alte gemauerte Schornstein noch ausreichend tragfähig und baulich einigermaßen in Ordnung, kann eine Schornsteinsanierung selbst von einem Laien in Angriff genommen werden. Es werden lediglich Edelstahlrohre in das Innere des Schornsteines eingesetzt, wofür man vollständige Bausätze erwerben kann.  Das Edelstahlrohr im Innenraum des Schornsteines verkleinert den Durchmesser, wodurch der Zug erhöht wird. Dadurch wird das Abkühlen der Abgase auf Ihrem Weg durch den Schornstein verhindert. Sollte dennoch Kondensat anfallen, kann dieses dem Edelstahlrohr nichts anhaben. Somit ist die Versottung vollständig gestoppt. Ist der Schornstein baulich noch in Ordnung und die Schäden waren nicht allzu extrem, sind keine weiteren Sanierungsmaßnahmen nötig. Das Mauerwerk kann sich nun nach und nach wieder erholen und austrocknen.


Tags: Schornstein, Kamin, Kaminofen, Versottung, Sanierung

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Thilo Kühner